Pfarrer

Pfarrvikar: Jean Baptiste Randriamananjara

Als Leiter der Gemeinde ist der Pfarrer verantwortlich, dass die Kirchengemeinde ihren Auftrag im Rahmen der drei Grunddienste (Liturgie, Verkündigung, Diakonie) vollzieht. Der Pfarrer ist zugleich Erster Vorsitzender des Kirchengemeinderates.

Vakanz in der Seelsorgeeinheit Hohenneuffen

Nach dem Weggang von Pfarrer Mutombo leitet ab 15. Oktober 2020 Dekan Paul Magino als Administrator die Kirchengemeinden. Unterstützt wird Dekan Magino dabei von Frau Gabriele Leuser-Vorbrugg, unserer Gemeindereferentin. Alle priesterlichen Aufgaben werden von Pfarrer Jean Baptiste Randriamananjara übernommen.

Pfarrvikar Jean Baptiste Randriamananjara wurde in Madagaskar

geboren. Seine Heimatdözese Antsirabe liegt ca. 170 km südlich der Hauptstadt Antananarivo. Zur Diözese gehören 25 Seelsorgeeinheiten.

 

Er ist seit Ende September 2012 in Deutschland in der Diözese Rottenburg-Stuttgart als Priester tätig und seit Mitte Oktober 2020 in unserer Seelsorgeeinheit Hohenneuffen.

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Pfarramt Frickenhausen

Kolpingstraße 8

72636 Frickenhausen

 

in Neuffen und Frickenhausen aktuell nur auf Anfrage

 

0151 / 67 124 492

über Pfarramt Frickenhausen:

StNikolausvonFluee.Frickehausen[at]drs.de


Interview mit Pfarrvikar Jean Baptiste Randriamananjara

Seit Anfang Oktober ist Pfarrvikar Jean Baptiste Randriamananjara in unserer Seelsorgeeinheit für die priesterlichen Dienste zuständig.

 

Manche von uns erleben ihn in den Gottesdiensten. Doch für viele Gemeindemitglieder ist er noch fremd. Corona bedingt fehlen die sonst üblichen Begegnungen.

Deshalb haben wir ihn interviewt.

 

Lieber Pfarrer Jean Baptiste, schon Ihr Name sagt uns, dass Sie nicht aus Schwaben sind. Woher stammen Sie?

Ich komme aus Madagaskar, deswegen bin ich Madagasse. Meine Heimatdiözese Antsirabe liegt 170 km südlich von der Hauptstadt Antananarivo, an der Bundesstrasse N°7 Richtung Tuléar (Süd-Mada). Zu unserer Diözese gehören 25 Seelsorgeeinheiten.

Antsirabe hat eine verschiedene Temperatur: im Winter von minus 5 bis plus 15°C. Bei uns gibt es Frost aber es gibt keinen Schnee; im Sommer von plus 15°C bis 30°C. Die Erde ist sehr fruchtbar. Hier kann man Gemüse, Getreide, Früchte anbauen, z.B. Kartoffel, Kohl, Reis, Mais, Äpfel, Pfirsich, Birnen, Bananen, Kaki, Trauben, …

 

Seit wann sind Sie hier in Deutschland?

Seit Ende September 2012 bin ich hier in Deutschland.

 

Warum kamen Sie nach Deutschland?

Ich bin nach Deutschland gekommen um zuerst zu arbeiten in der Diözese Rottenburg-Stuttgart als Priester und danach zu lernen oder um Kenntnisse zu sammeln über Solar-Energie, damit ich ein Tröpfchen Entwicklung in unserer Heimat-Diözese Antsirabe Madagaskar einsetzen könnte. Ich hoffe, wenn man Strom hätte, könnte man auch etwas entwickeln, z.B. Licht zum heller machen, Wasserbrunnen-Pumpen bauen, saubermachen, Garten bauen, bügeln, kochen, löten, schweißen, Akku aufladen, schlitzen, sägen, mahlen, …

 

Es gibt schon Strom bei uns, aber nur in den Städten. Auf dem Land leben die Menschen ohne Strom, für Sie ist es unvorstellbar; aber so ist die Lage in Mada.

 

Deshalb bin ich hier auch am Suchen nach einem Ausbildungsplatz oder Praktikumsplatz oder Extrabildungsplatz um dieses Projekt zu ermöglichen.

 

Was gefällt Ihnen in Deutschland und hier in unserer Gegend besonders gut?

Die Ordnung, die Sicherheit, die Entwicklung und ganz besonders die Natur (Umwelt).

 

Sie waren nun doch schon einige Jahre in unserem schwäbischen Ländle. Was würden Sie sagen – was ist typisch schwäbisch?

Die Sprache und das Essen. Bis jetzt kämpfe ich noch um die Schwäbische Sprache zu verstehen. Aber jemand hat mir einmal gesagt, dass diese Sprache eine Stufe drei oder vier oder sogar fünf ist. Hochdeutsch ist Stufe zwei, hat er noch dazu ergänzt. Das heißt: ich könnte es nie. Trotzdem hab i scho: wie Spätzle, Wäckele, Weible, Männle, Mädle, Bube etc. Langt scho. Aber am Anfang hab i gar nix verschtandar.

 

Was vermissen Sie am meisten von Ihrer Heimat?

Jedes Land ist ganz besonders. Auf diesem Grund sollte jede/jeder Fremde Anpassung versuchen, aber nicht weinen oder klagen.

 

Wie groß ist Ihre Familie dort und wie regelmäßig können Sie sie besuchen?

Ich habe sechs Geschwister. Der Jüngste ist schon 45 Jahre alt. Zwei von denen wohnen und arbeiten an der Südwesten Küste 1000 km entfernt von dem Ort, wo wir aufgewachsen sind. Wir haben geplant uns jedes Jahr zu treffen, aber es war nicht möglich. Ich kann einmal in fünf Jahre sie besuchen. 2015 habe ich sie besucht, da haben wir uns sehr gefreut.

 

Können Sie uns 3 Begriffe nennen, was für Sie typisch ist für Madagaskar?

Gerne:

  1. Moramora: heißt übersetzt: langsam! Madagaskar ist ein moramoras Land. Warum eilen Sie. Und wenn Sie eilig sind oder eilen müssten, sollten Sie gestern gegangen sein.
  2. Mamy ny aina: Süß ist das Leben. Und wir genießen es.
  3. Manahoana: Guten Tag. Und Veloma: Auf Wiedersehen.

 

Warum sind Sie Priester geworden?

Das ist eine Gnade Gottes und die Überzeugung gehört auch dazu.

 

Wenn Sie eine Kirchengemeinde in Madagaskar mit unserer Seelsorgeeinheit vergleichen – welche sind die auffallendsten Unterschiede? Wie müssen wir uns eine Kirchengemeinde bei Ihnen vorstellen, von der Größe, von der Mentalität der Menschen, vom Engagement der Gemeindemitglieder?

Eine Pfarrei oder Gemeinde oder Seelsorgeeinheit hat heutzutage mindestens drei Priester und ein Diakon und zwei Azubi (Seminariste). Jedes Jahr hat unser Bischof mindestens 10 Priester und 10 Diakone geweiht nur in unserer Diözese. Aber in Mada gibt es mehr als 20 Diözesen.

 

Eine Seelsorgeeinheit hat verschiedene Anzahl der Katholiken von 3000 bis 10.000. Die Größe variiert von 3 km bis 40 km Querschnitt. Und zu einer Seelsorgeeinheit gehören 3 bis 30 kleine Kirchen.

 

Worin unterscheiden sich die Gottesdienste?

Beim Gottesdienst nehmen verschiedene Gruppen teil wie hier. Aber beim Fest oder beim besonderen Anlass tanzen wir und die andere, die nicht tanzen möchten klatschen. Alle singen ohne Noten.

 

Wortgottesfeiern sind bei uns normal. Seit Anfang der Welt gab und gibt es Gottesdienste ohne Priester. Die Katechiste (die gebildeten Männer und Frauen) leiten die Gottesdienste, wenn die Priester nicht da sind. Die Anzahl der Katechiste sind über 3.000 in unserer Diözese. Alle Mitarbeiter/innen in der Kirche sind Ehrenamtliche.

 

Welches sind die Hauptreligionen in Madagaskar? Und welche Rolle spielt die katholische Kirche?

Hauptreligionen sind Katholische, Evangelische in verschiedenen Form, und jetzt Muslim gehört dazu.

 

Katholische Kirche spielt in verschiedenen Räume: Bildung und Lehre für Kinder und Jugendlichen, Caritas, Frieden und Gerechtigkeit, Entwicklung der Familien ganz besonders für die Armen.

 

Als wir uns das erste Mal unterhalten haben, erzählten Sie von einem großen Unterschied zwischen den deutschen und den Priestern Ihrer Heimat. Das fand ich sehr spannend und nachdenkenswert.

In Madagaskar, ganz besonders in Antsirabe (meiner Heimatsdiözese) bekommen die Priester keinen Gehalt. Sondern leben sie von den Spenden der Christen, sei es die Voraussetzung beim Ernten, Reis, Mais, Bohnen, …, sei es Geld (Denier de culte), sei es ein Spenden von Rom oder von Europa oder von USA, … Und wenn sich Naturkatastrophen (Hageln, trockene Zeit – keine Regenfälle, oder kaum Regen, starke Cyclone …) ereignen, dann gleichzeitig wird auch das Leben der Priester untergehen.

 

Bei uns, ganz besonders auf dem Land, werden nur Geländewagen und Allradantrieb (4x4) und Motorräder Enduro/Reiseenduro benutzt werden. Normale Autos gibt es nur innerhalb der Städten. Die Straßen sind sehr schlecht. Es gibt sogar Orte und Kirche, die nur zu Fuß erreichbar sind.

 

Ich weiß, dass Sie zurück möchten in Ihre Heimat. Doch zuvor haben Sie noch einen Wunsch, der eng mit der vorhergehenden Frage zusammenhängt. Erzählen Sie uns davon?

Gerne, ich möchte zurück in meine Heimatsdiözese. Ich habe vorher mein Projekt – meinen Wunsch bereits gesagt bei der Frage: Warum kamen Sie nach Deutschland? Es geht um Solar-Energie-Lehre oder Praktikum oder ... Jetzt bin ich beim Suchen. Mein Heimatsbischof und Rottenburg wissen schon Bescheid von meinem Interesse.

 

Wenn jemand mir beim Suchen helfen könnte, würde ich mich sehr freuen und sehr dankbar dafür.

 

Ich bedanke mich bei Ihnen allen für Ihre Interesse.

 

Ich wünsche Ihnen allen alles Gute und Gottes Segen.

Jean Baptiste Randriamanajara